HydeDefinition – PenCott Camouflage Patterns

Dieses Review erschien ursprünglich im März 2013 im Tacticalforum.

Ich möchte euch ein Review präsentieren, dass bei mir seit Monaten rumliegt und scheinbar mehr als überfällig ist, wenn ich mir die Diskussion im Tarnmuster Thread ansehe. Nach ein paar kurzen Ergänzungen und Aktualisierungen liegt es nun hier für euch vor.

Ich hatte im Sommer 2012 die Möglichkeit, sowohl Greenzone, als auch das Badlands Muster in der freien Natur auszuprobieren, und ich muss sagen, dass ich selbst überrascht war, wie effektiv die beiden abgeschnitten haben. Ich möchte euch hier nun ein Review präsentieren, dass bei mir seit Monaten rumliegt – nach ein paar kurzen Ergänzungen und Aktualisierungen liegt es nun hier für euch vor.

Aber zunächst ein wenig Hintergrundinformation.

Hyde Definition

Die Firma wurde 2008 von Dominic Hyde gegründet, der seines Zeichens Mitglied der International Camouflage Uniform Society ist und sich seit Jahren mit der Kunst und Wissenschaft des Tarnens auseinandersetzt und auch dementsprechend viele Muster kreiert und verbreitet hat.

Die Bezeichnung PenCott ist eine Mischung aus den Namen zweier britischer Camouflage Experten aus dem 2. Weltkrieg, Sir Roland Penrose and Hugh B. Cott.

Dominic Hyde machte es sich zum Ziel, mit der PenCott Familie mehrere Punkte zu erreichen:

Ein Tarnmuster zu entwickeln,

  • das effektiver als herkömmliche Mittel wirkt,
  • das auf längere Distanzen besser tarnt,
  • das auf kurze Distanzen besser tarnt,
  • das ein breiteres Spektrum natürlicher Muster und Farben abdeckt.

Um diese Ziele zu erreichen widmete sich Dominic Hyde den Erkenntnissen aus Wissenschaft, Kunst und Geschichte und analysierte weiters direkt in der Natur verschiedenste Muster und Farben.

Das Resultat war ein Muster, dass mit verschiedenen Farben an unterschiedlichste Terrains angepasst werden kann. Die im Moment erhältlichen Versionen (Greenzone, Badlands, Sandstorm, Snowdrift) benutzen alle dasselbe geometrische Muster mit jeweils 4 unterschiedlichen Farben.

Das Muster besteht aus Micro, Midi und Macro Elementen, was dazu führt, dass man einen Tarneffekt für kurze, mittlere und längere Distanzen erzielt. Dies ist einzigartig, da andere Muster lediglich aus Macro Elementen oder Macro und Midi Elementen bestehen, also immer nur zwei von drei Bereichen abdecken.
Das kleinste Element im Muster ist pixelartig und kleiner als im MARPAT Camo der Marines. Weiters ändert sich Dichte und Anordnung so, dass man nur mit 4 Farben mehrere zusätzliche Farbschattierungen erhält und dadurch einerseits eine Illusion von mehreren zusätzlichen Farben sowie zusätzlich eine räumliche Tiefe erzielt.

Die Muster:

Greenzone:
Dies ist für gemäßigte und tropische Gebiete gedacht. Das frische Grasgrün erschreckt zwar im ersten Moment, aber wenn man das Muster dann einmal in der Natur sieht, macht es durchaus Sinn.

Badlands:
Hier hat man die Farben so kombiniert, dass man ein Muster für Übergangs- bzw. Semiaride Gebiete hat, die zwar noch eine Vegetation beheimaten, aber dennoch schon trocken und wüstenartig sind.
Nachdem ich auf der IWA lange mit Dom geredet habe, konnte ich erfahren, dass Badlands in nächster Zeit farblich noch weiter adaptiert werden wird.

Sandstorm:
Nomen est Omen. Hier handelt es sich um ein waschechtes Wüstenmuster.

Snowdrift:
Auch hier gibt es nicht viel zu sagen, alleine schon deshalb, da das Muster gerade erst herausgekommen ist und es noch nicht viele Fotos im Schnee gibt. Auf Strikehold.net hat Lawrence Holsworth jedoch einige beeindruckende Bilder präsentiert.

Snowdrift ist bei der momentanen Auschreibung der US Armee eingereicht, bei der ein neues Wintermuster für die Soldaten gesucht wird.

 

Mein persönlicher Test:

Ich hatte zwei Tage, an denen ich ein wenig im Wald herumexperimentiert habe. Zunächst habe ich nur mit meinem Greenzone Tuch hantiert und war hin und weg ob der Effektivität. Bei der nächsten Gelegenheit habe ich dann einen Vergleichstest mit Greenzone, Badlands und Multicam gemacht und die jeweiligen Vor- und Nachteile kennengelernt.

Bevor irgendwelche Sesselkrieger Einspruch erheben – Dieser persönliche, Test, strebt keinerlei Wissenschaftlichkeit an. Die Fotos wurden nicht nachbearbeitet.

Tag 1 – Greenzone:

Zunächst habe ich das Tuch nur einmal auf den Boden gelegt und aus 10-15m Entfernung fotografiert:

Man sieht, dass die Farben genau auf die Umgebung im Wald angepasst sind und dass eigentlich nur die Kanten das Tuch verraten.

Je länger ich unterwegs war, desto öfter, bzw. geradezu überall habe ich das Greenzone Muster in der freien Natur und sogar am Weg vor mir wiedererkannt. Selbst wenn man es auf einen Forstweg legt, verschwimmt es sofort mit seinem Umfeld.

Bei mir im alpinen Nadelwald hat sich das Muster wirklich wohlgefühlt. Wenn man nicht weiß, dass da etwas liegt und man geziehlt danach sucht, wird man daran vorbeigehen:

Falls ihr euch wundert, wo im letzten Bild das Tuch versteckt ist… Ich habe eine Lücke auf einem morschen Baumstamm ausgefüllt:

Am Ende dieses Tages habe ich mir dann noch einen Spass erlaubt und meine treue Begleitung getarnt.

 

Tag 2 – Greenzone vs Badlands vs Multicam

Beim nächsten Versuch hatte ich leider mit den Lichtverhältnissen nicht so viel Glück, weshalb die Fotos auch nicht so eindrucksvoll geworden sind. Dennoch hatte ich einige interessante Erkenntnisse:

Wenn man die drei Muster nebeneinander legt, merkt man sehr schnell, was weiter oben mit Micro, Midi und Makro Muster gemeint war. Multicam sticht geradezu heraus, während die beiden anderen Muster viel natürlicher wirken.
Man muss aber dazu sagen, dass selbst Crye Precision, die Macher von Multicam, offen aussprechen, dass MC ein reiner Universalpattern ist und eben auch Abstriche machen muss.

Bei nächsten Test habe ich mich zunächst ohne Camo hinter einem Haselnussstrauch versteckt:

Dann mit Greenzone bedeckt:

Daraufhin mit Badlands:

Und letzten Endes mit Multicam:

Hierbei merkt man, dass Multicam in der Distanz zwar nicht ganz so gut, aber immer noch verdammt effektiv mit seinem Umfeld verschwimmt. Stichwort: Macropattern.

Danach habe ich dasselbe Spiel mit dem Baumstamm wiederholt:

Greenzone:

Badlands:

Multicam + einem Osterei für diejenigen die suchen wollen:

Letzten Endes hatte ich noch 1-2 Spielereien im Sinn und mehrere Tücher gleichzeitig fotografiert um ein paar weitere Ostereier zu verstecken:

Lösung:

 

Abschließende Worte:

In den letzten Monaten bzw. Im letzten Jahr hat sich einiges am Camouflage Sektor getan. Camo ist nicht gleich Camo, wie so mancher Unwissende meinen mag und es wird immer spannender, wenn man sich vor allem Guy Cramers Lichtbiegematerialen (der Interessierte möge Quantum Stealth googlen) vor Augen führt.

PenCott ist für mich persönlich der heimliche Held der Camoszene im Moment und ich bin schon gespannt was sich da noch tun wird.

SOD Gear und Sabre produzieren schon Kleidung, Grey Ghost Gear aus den USA macht Rucksäcke.
Dieses Jahr kommen Helikon aus Polen und UfPro aus Slowenien dazu. UfPro macht wirklich durchdachte und hochwertige Kleidung von der ich sehr begeistert bin. Da wird in den kommenden Wochen noch ein weiteres Review von mir kommen. Weitere Händler findet man auf der Seite von Hydedefinition.

Es würde nur noch ein europäischer Rucksackproduzent fehlen… Ich schiele da immer in Richtung Tasmanian Tiger, aber da müssen wir wohl froh sein, dass überhaupt etwas in Multicam produziert wird, wenn ich den Ausführungen von einem Bekannten Glauben schenken darf.

In diesem Sinne, danke ich euch für eure Zeit – ich hoffe ich konnte euch etwas näherbringen und dem Bildungsauftrag genüge tun.

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