Dieses Review erschien ursprünglich im Jänner 2014 im Tacticalforum.

Die KSK Einsatzhose dürfte allgemein bekannt sein, wird sie doch von mehreren dt. Firmen erfolgreich vertrieben. Neben den hier vorgestellten Firmen, wird die Hose noch von TAC Gear, Mil-Tec und Co hergestellt.

Sabre und Leo Köhler spielen hier im High Profile Bereich mit, was einem schon klar werden dürfte, wenn man sich die Preise der Hosen ansieht.

Im folgenden Review möchte ich mir genauer ansehen, wie beide Firmen das Hosenkonzept auf ihre jeweilige, spezielle Art interpretieren und auf den Markt gebracht haben. Im Grunde würde man meinen, dass beide Produzenten ein gleiches Modell auf den Markt werfen – dem ist aber nicht so und die Unterschiede sind so gravierend, dass ein genauer Blick nicht nur legitim, sondern auch notwendig ist.

Zur Einführung:
Die Hose von Leo Köhler ist hier in Greenzone zu sehen, das Modell von Sabre in Badlands. Beide Hosen sind also aus den Mustern der PenCott Familie hergestellt worden, was aber nicht bedeutet, dass hier dieselben Materialen verwendet wurden.

Während die Hose von Sabre aus 50/50 NyCo genäht wurde, hat man bei Leo Köhler auf den Poly/Co Stoff zurückgegriffen. (Dies dürfte sich ändern, da dieser Stoff von Hyde Defintion derzeit aus dem Programm genommen wurde.) Weiters wurden gewisse Stellen mit Cordura verstärkt, aber mehr dazu später.

Wenn man sich die beiden Fotos aus der Gesamtperspektive ansieht, werden dem Einen oder Anderen schon erste gröbere Unterschiede auffallen. Schauen wir sie uns Schritt für Schritt an:

Schnitt:
Beide Hosen sind Größe Medium. Dennoch ist die Hose von Leo Köhler enger am Bund geschnitten. Sie sitzt im Allgemeinen nicht so „baggy“ wie das Modell von Sabre. Wenn man die Hosen übereinander legt, merkt man sofort den Unterschied:

Bund und Gesäß:
Bleiben wir beim Hosenbund. Auf der Innenseite hat die Sabre Hose Schlaufen, die man bei der Leo Köhler Hose nicht findet. Man sieht aber auch, dass beide Hosen mit dem gleichen grauen Stoff abgenäht und verstärkt wurden. Dies hinterlässt bei beiden Modellen einen sauberen, verlässlichen Eindruck:


Die Leo Köhler Hose hat Knöpfe für Hosenträger, die man bei der Sabre Hose nicht findet. Weiters kann man beobachten, dass die Gürtelschlaufen weitaus schmäler sind. Den D-Ring findet man jedoch bei beiden Hosen an der Gürtelschlaufe über den Seitentaschen.


Dreht man die Hosen um, stellt man fest, dass Köhler nur eine Gesäßtasche auf der rechten Hinterseite verbaut, während Sabre beidseitig diese Taschen bietet.


Der Schritt der Hose ist bei beiden Modellen mit einer weiteren Lage Stoff verstärkt. Leo Köhler hat hierbei aber Cordura verwendet und zusätzlich noch einige Löcher zur Belüftung hinzugefügt, die man bei Sabre nicht findet.

Oberschenkeltaschen:
Auch hier findet man mehrere Unterschiede. Grundsätzlich scheinen die Taschen bei Leo Köhler eine Spur höher am Oberschenkel angebracht zu sein, als bei Sabre. Beide Firmen verwenden Canadian Slotted Buttons zum Verschließen, bei Leo Köhler sind die Knopflöcher aber direkt in die Oberschenkelflappe eingearbeitet, während Sabre die Knöpfe unter der Patte verschwinden lässt.

Beide Hosen haben Gurtbänder, um die Oberschenkeltaschen bei einer Überladung näher an den Körper zu zurren.

Die Oberschenkeltaschen sind bei der Sabre Hose zusätzlich noch im unteren Bereich mit einer weiteren Lage NyCo verstärkt. Hier am Foto sieht man dies ansatzweise durch die Naht, die längs im unteren Drittel der Sabre Hose verläuft (Badlands).

Hier sieht man noch einmal die Taschen näher im Vergleich und wie das Verschließen gelöst wurde. Beide Taschen werden zugefaltet und dann zugeknöpft.

Sabre hat innenseitig noch jeweils einen D-Ring und eine kleine Innentasche. Bei Leo Köhler fehlen diese D-Ringe und die Innentasche ist nur in der rechten Oberschenkeltasche zu finden.

Zuletzt kann man bei den aufgesetzten Taschen noch hinzufügen, dass man bei Leo Köhler keine Siebösen am Boden selbiger eingebaut hat. Am Modell von Sabre findet man diese schon.

Kniepolster:
Kurz zu den Kniepolstern. Diese sind bei Leo Köhler breiter wie bei Sabre aufgenäht, mit Cordura verstärkt (anstatt nur mit NyCo) und man hat eine andere Art von Schaumstoff als Polster verwendet, die markant dicker ist als bei Sabre.


(Der weiße ist bei Köhler, der schwarze Schaumstoff bei Sabre in Verwendung.)

Hinzu kommt, dass die verstärkte Kniepartie bei Leo Köhler tiefer als bei Sabre sitzt. Meiner Meinung nach eine Spur zu tief, weil sie knapp unter dem Knie beginnt. Beim Hinknien selbst ist dies kein Problem, da die Hose auf natürliche Weise nach oben rutscht und die Knie effektiv gepolstert werden. Beim Gehen selbst stört es aber mit der Zeit, und bei größeren Aufwärtsschritten ist es noch markanter spürbar.

Bei beiden Hosen ist die Kniepolsterung eine ambivalente Sache. Einerseits wirkt sie bei beiden Modellen Wunder, wenn man sich auf steinigen Untergrund niederknien muss. Andererseits wirkt in beiden Fällen die Polsterung massiv wärmeisolierend und alles andere als atmungsaktiv. Gerade in wärmeren Jahreszeiten wird es hier unangenehm.

Unterschenkel:

Am Unterschenkel hat die Sabre Hose im Gegensatz zur Leo Köhler Hose noch jeweils eine aufgesetzte Tasche.

Hosenabschluss:

Auch hier gehen die Versionen auseinander. Leo Köhler macht hier das, was Sabre nur beim Sniper Modell macht: Eingebaute Gamaschen.

Dadurch wird die Hose länger und man kann sich vor Krabbeltierchen und Co schützen sowie Dreck draußen lassen.

Beide Hosen haben einen Cordlock am Ende zum Festzurren, die Gamasche der Leo Köhler Hose noch zusätzlich ein klassisches Kordelband.


Sonstiges:

Die Plastik Hardware ist bei beiden Hosen die Gleiche. Canadian Slotted Buttons, Knöpfe, D-Ringe und Glides für den Gurt. Die Verarbeitung ist robust, die Nähte sind sauber und man hat bei beiden Hosen das Gefühl ein qualitativ hochwertiges Produkt in der Hand zu haben. Bei der Leo Köhler Hose hat mich nur gestört, dass der eine oder andere Faden weggestanden ist, den ich noch in weiterer Folge beseitigen muss.

Resümee:

Die Leo Köhler Hose wirkt generell leichter und nicht so überladen wie die Sabre Hose. Letztere bietet aber deutlich mehr Features, ist aber in gewissen Zonen nicht mit Cordura verstärkt wie die Köhler Variante.

Man merkt also sehr schnell, dass man hier für sich selbst entscheiden muss, was man bei einer Hose benötigt und was nicht, um die Qual der Wahl zu entscheiden. Ich persönlich bin mit meiner Köhler Hose mehr als zufrieden, da ich beispielsweise die Unterschenkeltaschen nicht benötige und keine Verwendung für D-Ringe in Oberschenkeltaschen habe. Dafür hätte ich aber lieber die schmaleren Knieschoner, von Sabre sowie, die stärkeren Gürtelschlaufen.

So oder so, beide Hosen sind sicher keine falsche Wahl und eine Empfehlung wert.

Ich hoffe ich konnte euch wieder einmal etwas Nützliches bieten. Dieses Review war das Letzte in einer Reihe von Reviews, die mir durch hanomag aus dem Tacticalforum ermöglicht wurde. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal herzlich bedanken!

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